Geschichte

Der Name der Schule

Seit dem 27.3.1991 trägt unsere Schule den Namen Christian-Henning-Schule.
Benannt wurde sie nach dem im Folgendem beschriebenen Pastoren Christian Henning v. Jessen. (1679-1719 Christian Henning v. Jessen)

Der bisher berühmteste Pastor unseres Ortes, bekannt geworden durch seine Aufzeichnung der slawischen Sprache, für die es eigentlich keine Schrift gab, sie wurde nur gesprochen! Sein Bildnis hängt in der Kirche, wo er auch begraben liegt. Christian Henning von Jessen ist der Namensgeber der heutigen Grundschule der Stadt Wustrow (Wendland).
Etwa um das Jahr 1708 vollendete er sein „Vocabularium Venedicum oder Wendisches Wörter-Buch von der Sprache, welche unter den Wenden in den Chur-Braunschweig-Lüneburgischen Ämtern Lüchow und Wustrow annoch im Schwange gehet“.
Henning v. Jessen war ein vielseitig interessierter und gebildeter Mann, der zu einer Zeit seinen Dienst in der Gemeinde Wustrow tat, in der die jungen Leute eine ausgesprochene Abneigung hatten, sich ihrer Muttersprache zu bedienen. Die Alten wiederum scheuten sich, vor ihren Kindern in der Muttersprache, dem Polabischen, zu reden, um sich nicht lächerlich zu machen. Die Sprache des Wendlandes war dabei auszusterben. Vielfach waren überhaupt nur noch Restbestände der einstigen Muttersprache der wendländischen Bevölkerung vorhanden. Sollte diese Sprache nicht im Dunkel der Geschichte verschwinden, so musste etwas getan werden,um sie zumindest in Teilen literarisch der Nachwelt zu erhalten.
Hinzu kam in dieser Zeit, dass die gelehrten Geister die Sprachen, Sitten und Gebräuche anderer Kulturen und Lebensbereiche mit großem Interesse zu erforschen und zu verstehen suchten. Henning v. Jessen reihte sich mit seinem Interesse für die polabische Sprache ein in die Reihe derer, die zur gleichen Zeit die Sprachreste des slawischen Sprachraumes erforschten, wie z. B. auch Gottfried Wilhelm Leipniz (1646 - 1716), er sah hier eine Aufgabe von hohem geschichtlichen Wert und packte sie an. Bald nach seinem Amtsantritt, vor der Zeit des großen Brandes, dem Wustrow samt Kirche und Pfarrhaus bis auf wenige Häuser zum Opfer fiel, hatte H. v. Jessen Aufzeichnungen wendischer Sitten und Gebräuche gemacht, die er in Wustrow und Umgebung vorfand. Diese verbrannten zusammen mit dem Pfarrhaus bei dem Brand von 1691.
Er begann nach dem Brand sich verstärkt der Erforschung der Sprache zuzuwenden. Da er selbst des Polabischen nicht mächtig war, befragte er die Leute und schrieb das Ergebnis nach dem Gehör in deutscher Sprache, wobei er gleichzeitig eine Lautschrift schuf, um die jeweilige Aussprache festzuhalten. Eine sehr wichtige Quelle für seine Studien war der wendisch sprechende Bauer Johann Janieschge aus Klennow (gest. 1710).
In der Vorrede zu seinem „Vocabularium Venedicum“ schreibt H. v. Jessen über sein erwachendes Interesse, aber auch über die Schwierigkeiten, die seinem Vorhaben entgegenstanden. Die Befragung der Leute stieß auf manche Schwierigkeiten, wenn sie sich nach zwei Gottesdiensten am Sonntag und der harten Arbeit der Woche dann noch für eine Befragung bereitstellen sollten, damit Wörterlisten aufgestellt werden konnten. „Nach der Zeit habe ich die Ehre gehabt, mit unterschiedlichen fürnehmen Leuten bekannt zu werden, welche ein sonderliches Verlangen bezeuget, etwas von dieser Sprache zu sehen; etliche ließen gar etliche Personen für sich kommen und befragten sie drum, schrieben auch einige Wörter aus deren Mund auf: Hierdurch wachte die bereits erstorbene Begierde nach dieser Sprache wieder bey mir auf.“ Etwas später, auf der nächsten Seite schreibt er dann: Worzu noch dieses Kam, dass ich nicht absehen könte, was für Nutz damit könte gestiftet werden, da weder die Kirche Gottes noch das gemeine Wesen dieser Sprache benöthiget; derowegen ohne beyderseits Schaden wohl untergehen könte. Allein ie größere Schwierigkeiten sich eräugneten; ie mehr wuchs meine Begierde“. H. v. Jessen ließ sich nicht von seinem Werk abbringen. Im Jahre 1708 war es abgeschlossen, ein literarisches Denkmal von hohem Rang. Zu seinen Lebzeiten wurde es nicht gedruckt, wohl aber überließ er es verschiedenen Gelehrten seiner Zeit zur Begutachtung.
Er verstarb 1719 und wurde in der St.-Laurentius-Kirche zu Wustrow beigesetzt, wo noch heute sein Bild hängt. Er hat ein leidvolles Leben gehabt; seine erste Frau verstarb 1695, nachdem sie ihm 7 Kinder geboren hatte, seine zweite Frau starb 1704 an den Folgen einer Geburt; seine dritte Frau überlebte ihn um 12 Jahre. Henning v. Jessen berichtet selbst in einer handschriftlichen Notiz (Kirchenregistraturbuch, 5. 452/53) kurz über sein Leben:
„Anno 1679 bin ich — Christian Henning v. Jessen — aus Chur Sachsen allhier Pastor geworden, nachdem vorher beym Lüneburgischen Leib-Regiment zu Pferde 1 1/2 Jahre als Feld- Prediger gestanden. Ich ward Dom. 2. Trin. hier Introduciret (= eingeführt) und habe dasjenige bishiero erfahren, welches keinem von meinen Herrn successiori bus (= Nachfolgern) wünsche. GOTT bewahre sie auch in Gnaden dafür. lactenus Dominus Pastor Henningius.“

aus: Die Geschichte der Stadt Wustrow (Bunte Fraktion, Wustrow)

Das Schullogo

Auf dem „Markt der Begegnung“ 2009 wurden die Marktbesucher aufgefordert, ein Logo für die Schule zu entwerfen. Der Schulvorstand hat sich für die Mühle als Schullogo entschieden.

Argumente für die Entscheidung:

  • Die Schule liegt am „Mühlensteg“
  • Die Schule ist in Bewegung
  • Es gibt eine ehemalige Wassermühle in der Nähe zur Schule
  • Das Logo ist kindgerecht
  • Das Logo eignet sich gut für das einheitliche Erscheinungsbild (Briefkopf, Schulkleidung…)